Samstag, 17. Oktober 2009

Thekla die Spinne...



...ist heute bei uns eingezogen.


Ich habe eine Probespinne für meinen Filzkurs gemacht und dabei mit nassen, seifigen Händen versucht ein paar Fotos zu schießen.

Vielleicht hat ja jemand Lust sich für Halloween noch ein kleines Haustier zu filzen.

Als Grundausstattung braucht man:


eine Automatte als Unterlage evtl. noch eine rutschfeste Unterlage die man für Schubladen benutzt.


Seife und handwarmes Wasser (Ein Eßl. Seife auf einen Liter Wasser)
Filzwolle in schwarz und weiß


Pfeifenputzer


Wackelaugen


Nadel und Faden


Schon kann es losgehen!



Umwickle die Pfeifenputzer dünn mit einem Strang schwarzer Wolle.

Sorgfältig mit Seifenlauge benetzen, nicht überschwemmen, sonst löst sich die Wolle wieder vom Pfeifenputzer.

Erst sanft, dann immer fester die Pfeifenputzer mit der flachen Hand rollen.
Die Wolle beginnt sich zu verfilzen.

Noch nicht richtig fest walken, da sich die Füße noch mit dem Körper verbinden sollen und das geht nicht wenn die Teile schon fest verfilzt sind.


Jetzt beginnen wir mit dem Körper.

Das Innenleben können wir ruhig mit der weißen und etwas günstigern Vlieswolle filzen.

Sie läßt sich schön verarbeiten.

Also Wolle wieder mit Seifenlauge benetzen, und sanft in den Händen zu einer Kugel rollen.



Mit trockenen Händen von der schwarzen Strangwolle feine Stücke abrupfen und auf die Kugel auflegen.
Dabei immer kreuzweise arbeiten
(Wollfaser erst von oben nach unten legen, die nächste Lage verläuft dann von links nach rechts).

Sanft um die Kugel streichen und die Wollfasern mit Seifenwasser "ankleben."


Weiter arbeiten bis die Kugel ganz in schwarze Wolle gehüllt ist.

Danach noch eine zweite schwarze Lage arbeiten.

Wundert euch nicht wenn die Wolle den Anschein macht größer oder weiter zu werden. Es entsteht der Eindruck das sie sich nie richtig eng um die innere Kugel legen wird.
Das ist ganz normal, durch das warme Wasser weiten sich erst die Wollfasern bevor sie sich dann durch Reibung fest verhaken.

Jetzt den Spinnenkörper sanft auf der Unterlage rollen bis man spürt das sich alles langsam verfestigt.

Im nächsten Schritt legt man seine gefilzten Pfeifenputzer-Spinnenbeine unten auf den Spinnenkörper auf.
Danach nochmals schwarze Wollfasern kreuz und quer darüberlegen und sachte reiben oder rollen.
Die Beine werden dadurch mit dem Körper verbunden.


Mist!

Spinnen haben ja acht Beine. Gerade noch rechtzeitig hab ich es bemerkt, jetzt kann ich noch das Beinpaar dazupfriemeln.

Später wäre es nur noch mit Nähen gegangen.

Die Fleißarbeit beginnt.

Rollen,rollen und rollen, immer mit steigenden Druck.
Das hat etwas sehr meditatives für mich, die Gedanken können wandern, während die Hände im warmen Seifenwasser immer die gleiche Bewegung machen.

Die Wolle verfestigt sich und die Spinne bekommt ihre Form.


Igitt, die Beinchen beginnen zu zappeln!


Jetzt öffnet unser Spinnchen auch schon die Augen.
Die Beißer sind auch schon da!



Der Spinnfaden wird produziert.

Von der weißen Wolle einen langen dünnen Strang abzupfen. Wieder nass machen und sanft rollen bis er sich verfestigt, dann stärker und fester rollen.
Der Faden ist sehr reißfest.

Er wird am Spinnenhinterteil befestigt.




Und schon kann das Netzweben beginnen.

Sanft schwingt unser Spinnchen im Herbstwind.


Die erwachsene Spinne wurde zu einer furchterregenden Kreuzspinne.

Viel Spaß beim Nacharbeiten und seid mir nicht böse wenn ich nicht alles superverständlich erklärt habe, es ist mein erster Anleitungsversuch.

Gerne beantworte ich so gut ich kann Fragen.


Kommentare:

  1. Sie sieht gruselig aus, also ist sie sehr gut geworden ;)

    Ich fotografiere übrigens für die Weihnachtsfotos die Hunde, nett in Szene gesetzt.
    Natürlich tun sie das nur gegen Wurst ;)

    Lg,Bianca

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  2. oh ist die toll.. wirklich super.. so süß.. aber doch so achtbeinig ;o)..
    lieben sonntagsgruß
    stephi

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  3. Die ist super toll geworden. Filzen steht als nächstes auf meinem "Möchte ich unbedingt mal machen"-Plan. Aber ich werden wohl etwas einfacher anfangen. Tolle Anleitung!

    liebe Grüße, Sina

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